Ja, wir feiern – wie immer – klammheimlich und bescheiden unser 30. Filmfestival für den interkulturellen Dialog. Und in unserer Euphorie haben wir in Eigenproduktion sogar ein exklusives Sonderbuch herausgebracht: „Von Weitem gekommen“. Bald in diesem Theater. 

Wunderschöne und hochklassige Filme mit sehr guten Steilvorlagen zur Diskussion unserer gesellschaftlichen Entwicklung erwarten Sie auch bei dieser 30. Ausgabe. Sicher keine Patentlösung für Meinungsfreiheit und Frieden. Aber doch wie schimmerndes Licht in diesen kalten winterlichen Tagen der Politik. 

Über die Liste der anreisenden Gäste sind wir auch heuer sehr glücklich: eine Mischung aus international renommierten Persönlichkeiten und einer neuen Generation von Filmemacherinnen und Filmemachern aus beiden Ländern. 

Wenn Haluk Bilginer, das internationale Gesicht der türkischen Schauspielkunst, der sich normalerweise auf Filmfestivals sehr rar macht, nach Nürnberg kommt, um seinen Ehrenpreis entgegenzunehmen, 

wenn Zülfü Livaneli anlässlich seines anstehenden 80. Geburtstags hier die internationale Premiere der Dokumentation über sein Leben feiert – gemeinsam mit seinem Regisseur Nebil Özgentürk, 

wenn Dieter Kosslick für die Spielfilmjury und Tevfik Başer für die Kurzfilmjury Verantwortung übernehmen

und wenn über 70 Künstlerinnen und Künstler aus beiden Ländern mit ihren Werken nach Nürnberg kommen, um etwas zu feiern – 

dann ist das kein Zufall, sondern Verpflichtung, ein solches Feiern hier in Nürnberg, in der Stadt der Menschenrechte, auszurichten – mit Ausstrahlung bis nach Den Haag. 

Was wir hier gemeinsam feiern, ist die gesellschaftliche Kraft der Kunst, die jene Werte stärkt, ohne die ein menschenwürdiges Leben nicht möglich ist: Frieden, Meinungsfreiheit und Gerechtigkeit. Wir alle haben es geschafft, dass das Filmfestival fest zum „Stadtbild“ gehört. Und nein – auch ein Bundeskanzler in Berlin wird daran nichts ändern können. Weder heute, schon gar nicht in den kommenden Jahren. „Von Weitem gekommen“, um zu bleiben.