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Pressemitteilung vom 20.09.2021
Die Jurys des 25. Filmfestivals Türkei Deutschland haben entschieden

Drei verschiedene Jurys und das Publikum haben sich in den einzelnen Kategorien entschieden. Insgesamt wurden 9 Preise vergeben und Preisgelder von ingesamt 10 000 EUR verteilt, alle Fachjurys haben ihre Entscheidungen für alle Auszeichnungen einstimmig beschlossen.
Mit dem Film "Fabian oder der Gang vor die Hunde" (2021, DE) hat Dominik Graf den Preis "Bester Spielfilm" des 25. Filmfestivals Türkei Deutschland gewonnen. Ali Atay erhielt für seine Rolle in dem Film “Nuh Tepesi / Noahs Hügel” den Preis "Bester Hauptdarsteller" und Alina Şerban erhielt für ihre Performance in dem Film "Gipsy Queen" den Preis für "Beste Hauptdarstellerin". Emin Alper erhielt den Preis der Jury für beste Regie für seinen Film „Kız Kardeşler / Eine Geschichte von drei Schwestern“.

Publikumspreis: Das Publikum hat sich mit großer Mehrheit für den Film  "Aden / Eden" von Barış Atay entschieden.
Der Öngören Preis ging überraschenderweise an einen Kurzfilm trotz starker Spielfilmkonkurrenten: Lukas Nathrath erhielt für “Kippa” den Preis für Demokratie und Menschenrechte des Festivals.

Die Preise des Kurzfilmwettbewerbs wurden wie folgt vergeben:
Bester Kurzfilm:        "Zweite Haut" Regie: Kerem Ergün & İsmet Ergün 
Zweiter Preis:            "Barê Giran / Ağır Yük / Schwere Last" Regie: Yılmaz Özdil
Dritter Preis:             "Ah Asuman / Ach Asuman" Regie: Ümit Kıvanç

Spielfilmwettbewerb

Jury des Spielfilmwettbewerbes:
    • Tevfik Başer (Jurypräsident, Regisseur, Filmhochschuldozent, Istanbul)
    • Stefan Kleeberger (Videojounalist, Nürnberg)
    • Luk Piyes (Regiseur, Schausplier, Köln-Istanbul)
    • Martin Rehbock (Produzent und Regisseur, Lübeck)
    • Christiane Schleindl (Leiterin Filmhaus Nürnberg, FFA Verwaltungssratsmitglied)

Folgende Preise wurden von der deutsch-türkischen Jury einstimmig vergeben:

Bester Film: 
„Fabian oder der Gang vor die Hunde" (2021, DE)  Regie: Dominik Graf  
Jury-Begründung: 
Bereits mit einer grandiosen Anfangssequenz werden wir auf eine filmische Reise mitgenommen, die uns so schnell nicht mehr loslässt. Von der Ausstattung über die Inszenierung, der Regie, der Kamera, der Montage, dem Schauspiel sehen wir trotz vieler Perspektivwechsel eine filmische Einheit -- das tiefe Eindringen in die Quintessenz der Romanvorlage und seiner Bezüge in unsere Gegenwart umgesetzt in eine Filmsprache, die die Kraft der Literatur ernst nimmt und sie so emotional filmisch umzusetzen weiß. So entsteht ein wahres Meisterwerk. Wir vergeben den Preis für den besten Film des 25. Filmfestivals Türkei Deutschland an FABIAN ODER DER GANG VOR DIE HUNDE von Dominik Graf. 

Beste Hauptdarstellerin: 
Alina Şerban, Film: Gipsy Queen 
Jurybegründung zur besten Darstellerin:
Es gibt immer wieder diese Figuren im Kino, auf die man sich ohne Bedingungen, ohne Fragen, ohne Wenn und Aber einlässt. Für ihre Darstellung einer Frau, die auf die Tiefschläge des Lebens immer wieder mit einem Uppercut antwortet, geht der Preis für die beste Hauptdarstellerin des 25. Filmfestivals Türkei Deutschland an Alina Şerban als Ali in „Gipsy Queen“.    

Bester Hauptdarsteller: 
Ali Atay, Film: “Nuh Tepesi”
Wenn sich Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft treffen entsteht ein Moment des Verharrens, ein Augenblick, in dem alles möglich und nichts erwartbar ist. Wie schwer es sein kann, sich diesem Jetzt und Hier auszuliefern, lesen wir am Gesicht, an den Schultern, am Gang eines Mannes ab, dessen ganzer Körper seine unterdrückten Gefühle abzubilden scheint. Für die durchlässige Entschlossenheit seiner Darstellung vergeben wir den Preis für den besten Hauptdarsteller des 25. Filmfestivals Türkei Deutschland an Ali Atay für seine Rolle Ömer in „Noahs Hügel“.    

Preis der Jury: Beste Regie
Emin Alper (Film: Kız Kardeşler / Eine Geschichte von drei Schwestern)
Jurybegründung:
Mit einem Spezial-Preis wollen wir einen Film auszeichnen, der mit einer virtuosen Bildsprache operiert; einen Film, der seine Figuren und seine Erzählung mit visuellen und künstlerischen Mitteln vollständig durchdringt und uns damit ganz eigenständige Räume der Wahrnehmung öffnet. Für seine auf jeder Ebene herausragende Arbeit vergeben wir im Rahmen des 25. Filmfestivals Türkei Deutschland einen Preis der Jury für die beste Regie an Emin Alper und seinen Film „Eine Geschichte von drei Schwestern“. 

PUBLIKUMSPREIS:
Das Festivalpublikum hat als besten Film ausgewählt: 
Aden / Eden” von (Regie: Barış Atay)

Alle Preisträger vom 2004 bis 2021: 
https://www.fftd.net/preistraeger/wettbewerb-spielfilm

ÖNGÖREN Preis

Öngören Jury
    • Michael Aue (Regisseur)
    • Selim Çelebi (InterForum)
    • Monika Ott (Sozialpädagogin)
    • Ersin Uğurlu (InterForum Vorstand)
    • Jochen Schmoldt (Journalist)
    • Başak Özdemir (Sozialarbeiterin (M.A)
Das Filmfestival Türkei Deutschland vergibt im Namen von Mahmut Tali Öngören den "Öngören Preis für Demokratie und Menschenrechte". Die Jury hat einstimmig beschlossen, diesem Film den diesjährigen Öngören-Preis zu verleihen: 
Kippa” (Regie: Lukas Nathrath)

Begründung der Öngören Jury: 
»Kippa« ist ein 25-minütiger Kurzfilm von Regisseur Lukas Natrath, dem es gelingt, ein schon wieder aktuelles Thema so berührend wie überzeugend zu visualisieren: den grassierenden Judenhass. »Kippa« erzählt in knappen, aber prägnanten Szenen, wie ein junger 14-Jähriger, zuvor beliebt und problemlos integriert, urplötzlich von Mitschülern gemobbt und schließlich physisch terrorisiert wird, nur weil er in einer Schulstunde beiläufig erwähnt, er sei Jude. Dieses eine Wort genügt, dass sich Freunde und Bekannte von ihm abwenden und sein Leben urplötzlich in einen Spießrutenlauf verwandelt wird. Thematik, Inszenierung, Dramaturgie und das starke Spiel der Akteure in »Kippa« führten zu der Jury-Entscheidung, diesem Film den Öngören-Preis zu verleihen.
Bisheriger Preisträger des Öngören Preises: www.fftd.net/preistraeger/oengoeren-preis

KURZFILMWETTBEWERB

Die Kurzfilmjury:
    • Nuran David Çalış (Jurypräsident, Regisseur und Drehbuchautor, München)
    • İrem Sak (Schauspielerin, Istanbul)
    • Ruth Reinecke (Schauspielerin, Berlin)

Die Preise in der Kategorie "Kurzfilm" wurden an 3 Kurzfilme mit Mehrheitsbeschluss vergeben:
Bester Kurzfilm: "Zweite Haut" Regie: Kerem Ergün & İsmet Ergün 
Begründung der Jury:
Es ist spät. Eine Frau will noch schnell was kaufen und dann nach Hause. Ihre Begegnungen alles sexistische, Menschen verachtende aufdringliche Anmaßungen. Kategorisierungen. „Othering“ vom Feinsten. Sie selber schweigt. Sie ist Projektionsfläche. Ihr einziger Schutz ist eine „Tarnkappe“, es sind ihre Tattoos. Codes, die ihre Angreifer neutralisieren. Indem sie zeigt, dass sie “eine von ihnen “ ist. Sie schwimmt mit, um nicht bestraft zu werden, dass sie eine Frau ist, das sie anders ist. Dann Abends, allein geht sie duschen und ihre Tarnkappe fließt dahin. Es ist ein langer Weg eine Frau zu sein und einfach nur spät einzukaufen oder einfach nur spät U-Bahn zu fahren. 
Der Film überzeugt mit seiner Dynamik. Dem Rhythmus. Es setzt ein starkes politisches Statement, indem wir Zuschauer uns selber befragen müssen, warum wir uns oberflächlich und stereotypisch verhalten. Und warum wir in einem System leben, in dem wir uns eine zweite Haut zulegen müssen, um nicht verletzt, gedemütigt oder benutzt zu werden.

Zweiter Preis Kurzfilm: 
" Barê Giran Giran / Ağır Yük / Schwere Last" Regie: Yılmaz Özdil
Begründung der Jury:
Die Landschaft an der kurdisch-syrischen Grenze karg und arm, die Menschen geprägt von ihrem harten Schicksal. Schon hat der Neffe die Funktion des alten Esels übernommen. Die einzige Rettung ein junger Esel von der anderen Seite der Grenze, jenseits des Stacheldrahtes. Wie ihn in das Dorf bringen über die verminte Grenze? Den Ausgang erfahren wir nicht.
Ein Film, der uns sehr berührt hat. Mit Wärme und großer Achtung zeichnet der Film ein Porträt der Menschen, die in diesen verlorenen Kriegsregionen ihre Würde und ihr Weiterleben sichern wollen.

Dritter Preis Kurzfilm:
"Ah Asuman / Ach Asuman"
Regie: Ümit Kıvanç
Begründung der Jury:
Ist die Wahrhaftigkeit der Geschichte wichtiger oder die Glaubwürdigkeit des Erzählers? Oder spielt das überhaupt keine Rolle, wenn man glauben will? Ach, Asuman betont die Kraft des Erzählens, sowohl im wahren Leben als auch in der Filmkunst. Zusammen mit dem jungen Anwalt folgen wir einem Lastwagen voller Träume.

LAST BUT NOT LEAST:
Wir bedanken uns bei allen Medienvertretern für die Aufmerksamkeit, das große Interesse und die ausführliche Berichterstattung. Ein erstes Medienecho finden Sie Online unter:
​​​​​​​https://www.fftd.net/medien/medienecho-2020-1​​​​​​​

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