Alle Filme seit 1992

59 Filme

Festival 2009

Sektion:
DOKU Eröffnungsfilm Filmlandschaften Hommage Wettbewerb Kurzfilm Wettbewerb Spielfilm
DOKU
TR · 2008 · 30 ·

4857

Regie / Petra Holzer, Selçuk Erzurumlu, Ethem Özgüven

Wenn man am Friedhof von Tuzla bei Istanbul steht, hat man Aussicht auf die Werft, in der Schiffe im Wert von Millionen gebaut, und ungeheuerliche Umsätze erzielt werden. Doch die Bilanz der letzten 18 Monate weist andere Zahlen auf: 18.500 Verletzte und 85 Todesfälle. Die Werft ergreift keine Sicherheitsmaßnahmen und vertuscht Details der Berichte bei Arbeitsunfällen mit tödlichem Ausgang. Der Film zeigt den Protest der Arbeiter, deren Rechte ausgebeutet werden.

Filmlandschaften
DE · 2007 · 87 ·

Absurdistan

Regie / Veit Helmer

Eine kleine Zeitungsmeldung, in der von einem „Sex-Streik“ in einem türkischen Dorf berichtet wurde, inspirierte Veit Helmer zu seinem dritten Spielfilm: „Absurdistan“, das ist ein Ort am Rand der Realität, poetisch und surreal. Hier leben Aya und Temelko, die schon als Kinder füreinander bestimmt waren. Nun fiebern sie ihrer ersten Liebesnacht entgegen. Doch kurz bevor es endlich soweit ist, versiegt der Brunnen im Dorf. Um die trägen Männer, die lieber in der Kneipe hocken, zur Reparatur zu bewegen, treten die Frauen, auch Aya, gemeinschaftlich in den Streik: Sie setzen die Herren auf Liebesentzug – und zwar so lange, bis das Wasser wieder fließt.

Mit seinem Gespür für groteske Komik und Originalität haben Veit Helmer und das internationale Schauspielensemble (Darsteller aus 16 Ländern!) eine fantastische Komödie kreiert, die beim Sundance Filmfestival ein absoluter Publikumsrenner war.

 

Mit Maximilian Mauff, Kristýna Maléřová, Nino Chkheidze

DOKU
DE · 2008 · 70 ·

Alle anders – alle gleich

Regie / Dirk Lienig

Hoyerswerda. Synonym für Ausländerhass, Schrumpfung und Ende des sozialistischen Traums? Fünf Jugendliche aus der Ukraine, dem Irak und Thailand ziehen mit der Kamera durch ihr Lebensumfeld. Im Obdachlosenheim, auf dem Schulhof oder im Einkaufsparadies zeigt sich, dass Integration eine Frage der Kommunikation ist.

Filmlandschaften
TR · 2007 · 89 ·

Ara

Der Raum dazwischen

Regie / Ümit Ünal

„Ara“ – das kann vieles bedeuten: Abstand, Atempause, Distanz oder Unterbrechung. Es ist der Raum dazwischen. Dieser sehr intime Film erzählt die Geschichte von vier Mittdreißigern, die sich gleichzeitig lieben und betrügen. Gül ist eine Frau wie Milch und Honig, von der Ender, ein dicklicher Geschäftsmann, nicht genug bekommt. Ihre Beziehung ist leidenschaftlich, wild und obsessiv. Ganz im Gegensatz zu Selda und Veli. Die beiden führen eine liebevolle Ehe, doch irgendetwas steht zwischen ihnen. Sie alle stecken fest zwischen Tradition und Moderne, alter und neuer Moral, zwischen ihren tiefsten Sehnsüchten und ihren „kleinen“ Lügen. Ein erotisches Kammerspiel auf 80 Quadratmetern.

Mit Erdem Akakçe, Betül Çobanoğlu, Serhat Tutumluer, Selen Uçer

Hommage
USA · 1990 · 123 ·

Avalon

Regie / Barry Levinson

Das Drama basiert auf den Erinnerungen Sam Krichinskys (Armin Mueüller-Stahl), der 1914 als jüdischer Emigrant aus Russland nach Baltimore kam. Sam und seine Brüder bringen es durch harte Arbeit zu Wohlstand. Doch schon die nächste Generation bricht mit den Familienwerten und kehrt dem Clan den Rücken. Die grandios inszenierte Familiensaga brachte Armin Müler-Stahl eine Oscar-Nominierung ein.

Mit Armin Mueller-Stahl, Leo Fuchs, Eve Gordon

Filmlandschaften
TR · 1979 · 115 ·

Bereketli Topraklar Üzerinde

Auf fruchtbarem Boden

Regie / Erden Kıral

Das Festival präsentiert ein Meisterwerk von Erden Kıral. „Auf fruchtbarem Boden“ wurde in den Jahren 1978-1979 abgedreht, danach von der Militärjunta verboten und schließlich von Unbekannten gestohlen. Der Film schildert den Absturz dreier Freunde, die in die fruchtbare Tiefebene Çukurova auf der Suche nach Arbeit sind. In der Verfilmung von Orhan Kemals berühmtem gleichnamigem Roman teilen sich Tuncel Kurtiz, Erkan Yücel, Nur Sürer und Osman Alyanak die Hauptrollen.

Mit Tuncel Kurtiz, Erkan Yücel, Nur Sürer

Hommage
DE · 2008 · 151 ·

Buddenbrooks

Regie / Heinrich Breloer

Lübeck, Mitte des 19. Jahrhunderts. Die alteingesessene Familie um Konsul Jean Buddenbrook (Armin Mueller-Stahl) hat es durch Getreidehandel zu Reichtum gebracht. Als der Patriarch stirbt, kommen schwere Zeiten auf die Dynastie zu. Aufstieg und Fall einer Patrizierfamilie nach dem Nobelpreis-gekrönten Werk von Thomas Mann.

Mit Armin Mueller-Stahl, Iris Berben, Jessica Schwarz, August Diehl, Mark Waschke

DOKU
A · 2008 · 102 ·

Das andere Ich

Regie / Mukadder Püskürt

Der Film zeigt das Leben von türkischen und kurdischen Frauen in Österreich. Es werden Interviews mit Frauen aus verschiedenen Generationen über die Themen Liebesbeziehung, Ehe und Sexualität geführt. Der offene Umgang der Protagonistinnen mit den Themen lässt sie aus dem Klischeebild der Frau heraus fallen. Der Film zeigt sowohl gesellschaftliche als auch persönliche Grenzen sowie die durch deren Überwindung entstehenden Alternativen.

Wettbewerb Kurzfilm
DE · 2008 · 6 ·

Das Mädchen mit den gelben Strümpfen

Regie / Grzegorz Muskala

Ein junges Paar verbringt den Tag im Bett. Er macht ihr einen Heiratsantrag. Zuerst sagt sie nein. Doch so leicht lässt er sich nicht entmutigen...

Wettbewerb Spielfilm
A/D/F · 2008 · 101 ·

Das Vaterspiel

Regie / Michael Glawogger

Der 35-jährige Rupert Kramer, genannt Ratz, ist der Sohn eines österreichischen Ministers. Er selbst ist ein Politikverweigerer, allein schon, um seinem übermächtigen Vater eins auszuwischen. Nächtelang hockt Ratz vor dem Computer und entwickelt ein schräges Game: das Vatervernichtungsspiel. Ein Anruf seiner Jugendliebe Mimi reißt ihn aus den Tagträumen und er eilt ihr zur Hilfe. In New York angekommen, verknüpfen sich die Schicksale dreier Familien zu einer Geschichte, die Ratz in die düstere Vergangenheit des Nationalsozialismus und seiner Vorfahren führt.

Der österreichische Regisseur Michael Glawogger, bekannt für seine stilbrechenden, preisgekrönten Dokumentarfilme („Workingman’s Death“), liefert mit der Adaption von Josef Haslingers Roman ein groteskes, stellenweise witziges Abbild einer Gesellschaft.

 

Mit Helmut Köpping Christian Tramitz, Sabine Timoteo

Wettbewerb Spielfilm
D · 2008 · 92 ·

Der Architekt

Regie / Ina Weisse

Ina Weisse machte bisher vor allem als Schauspielerin („Schneeland“, „Die Weisheit der Wolken“) auf sich aufmerksam. Nun liefert die 40-Jährige ein beeindruckendes Spielfilmdebüt. Nur widerwillig bricht der Architekt Georg Winter samt Familie zur Beerdigung seiner Mutter auf. Er war seit 20 Jahren nicht mehr in seiner Heimat, einem abgelegenen Bergdorf in den Alpen. Die Testamenteröffnung, Georgs Jugendliebe Hannah und lang verdrängte Konflikte zwingen den Familienvater, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Als eine Schneelawine herabrollt und das Dorf vom Rest der Welt abgeschnitten wird, gibt es für Georg kein Entkommen.

Ina Weisses atmosphärisch dichtes Familienmelodram gehört zu den großen Entdeckungen der Internationalen Hofer Filmtage.

 

Mit Josef Bierbichler, Sophie Rois

Filmlandschaften
DE · 2008 · 101 ·

Der Mond und andere Liebhaber

Regie / Bernd Böhlich

Die Mittfünfzigerin Hanna wird getrieben von einem unbändigen Lebensdurst. Sie will nicht viel, sondern einfach alles. Energisch möchte sie wissen: „Lieber Gott, das kann doch nicht alles gewesen sein, da muss doch noch was kommen!“ Was da kommt, sind jede Menge harter Schicksalsschläge, doch Hanna ist ein „Stehaufweibchen“. Auf der Suche nach den ganz großen Gefühlen stolpert sie in die Arme des jüngeren Flohmarkthändlers Gansar. Was Hanna für die große Liebe hält, wird zur Amour fou.

Bernd Böhlich ließ sich bei seiner Tragikomödie von dem „Silly“-Song „So ’ne kleine Frau“ inspirieren und schrieb die Rolle der temperamentvollen Hauptdarstellerin geradezu auf den Leib. Neben der grandiosen Katharina Thalbach ist Birol Ünel („Gegen die Wand“) als heißblütiger Liebhaber zu sehen.

 

Mit Katharina Thalbach, Birol Ünel, Fritzi Haberlandt

Filmlandschaften
TR · 2008 · 120 ·

Devrim Arabaları

Autos der Revolution

Regie / Tolga Örnek

Türkei, 1961. Während eines Empfangs, den die Automobilindustrie abhält, bedrängen Journalisten und Unternehmer den neuen Staatspräsident Cemal Gürsal, mit einer Frage: Hat das Land genug Potenzial und Kraft, um eine eigene, türkische Automobilmarke auf den Markt zu bringen? Cemal Gürsal ist voller Überzeugung, dass dies möglich ist. Und zwar soll das erste Fahrzeug schon bis zum Nationalfeiertag am 29. Oktober fertiggestellt sein. Eine große Herausforderung, die mit Begeisterung sowie Skepsis aufgenommen wird. Den 23 Ingenieuren, die in das Projekt einbezogen werden, bleiben also nur noch wenige Monate. Sie versuchen in einer Zeit knapper Ressourcen, schlechter Infrastruktur und fehlender Fachkräfte das Unmögliche möglich zu machen.

Der Film spiegelt authentisch die Aufbruchstimmung und den politischen Wandel wider, der sich unter dem liberalen Staatspräsidenten Cemal Gürsel vollzog. Dieser sorgte mit seinen Fünf-Jahres-Plänen für einen wirtschaftlichen Aufschwung im Land.

 

Mit Taner Birsel, Ali Düşenkalkar, Halit Ergenç, Sait Genay, Altan Gördüm, Vahide Gördüm, Seçil Mutlu, Uğur Polat, Serhat Tutumluer, Onur Ünsal, Selçuk Yöntem, Haluk Bilginer

Filmlandschaften
DE · 2009 · 80 ·

Die Mordakte Hrant Dink

Regie / Osman Okkan, Simone Sitte

Hrant Dink war der Herausgeber der Zeitung AGOS, die auf Armenisch und Türkisch erscheint. Er setzte sich zeit seines Lebens als wahrer Intellektueller im Kampf für Demokratie und Menschenrechte ein. Als Verfechter der Identitätsrechte der Minderheiten in der Türkei wurde er zum Symbol der Völkerverständigung.

 

Der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink wurde im Januar 2007 in Istanbul auf offener Straße erschossen.

 

Osman Okkan und Simone Sitte behandeln in ihrem Film die Zeit vor dem Mord, die Schwierigkeit der Beziehung zwischen Armeniern und Türken und der heute nachweislichen Verbindungen der Dink-Attentäter zum „tiefen Staat“ der Türkei.

 

Nach der Welturaufführung des Filmes laden wir zu einer Podiumsdiskussion ein.

 

Filmlandschaften
DE · 2008 · 92 ·

Die Widerständigen

Regie / Katrin Seybold

Der Widerstand der Weißen Rose wird häufig nur mit den Geschwistern Scholl gleichgesetzt, doch es waren Menschen in ganz Deutschland aktiv. Sie verteilten Flugblätter, die den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg anprangerten und zum sofortigen Sturz des Regimes aufriefen. Im Dritten Reich ein Schwerverbrechen. In diesem Dokumentarfilm erzählen Gefährten, Freunde und Geschwister, wie sie Flugblattaktionen unterstützten, und wie sie Gestapoverhöre und Volksgerichtshof überstanden. Über zehn Menschen hat Katrin Seybold aufgespürt, ihre Erinnerungen erzeugen Gänsehaut und geben gleichzeitig Mut. Einige der “Widerständigen” leben inzwischen nicht mehr, ein Umstand, der die Wichtigkeit dieses Zeitzeugnisses nur noch mehr betont.

Filmlandschaften
TR · 2008 · 100 ·

Dinle Neyden

Hör auf die Flöte

Regie / Jacques Deschamps

„Hör auf die Rohrflöte – wie sie erzählt, wie sie klagt über Trennung ...” Mit diesen Worten beginnt das „Mesnevi”, das bekannteste Versepos Mevlana Jelal al-Din Rumis, Philosoph und Dichter des 13. Jahrhunderts. Ihm zu Ehren widmet der französische Filmemacher Jacques Deschamps seinen Film.

Istanbul, 1798. Der osmanische Pascha Dede Efendi trägt seine Frau zu Grabe. Gemeinsam mit dem jungen Halil Can, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, widmet er sich von nun an dem Leben als Derwisch und den spirituellen Lehren Mevlana Rumis. Zur selben Zeit plant General Napoléon Bonaparte die Eroberung Ägyptens, damals Teil des Osmanischen Reichs. Dede Efendi, einige französische Botschafter und türkische Abgeordnete suchen nach einem diplomatischen Weg, um den Konflikt zu lösen und die friedlichen Beziehungen der beiden Länder aufrechtzuerhalten. Vor diesem historischen Hintergrund erblüht die Liebesgeschichte zwischen Efendis Leibarzt Tabip Halil und der schönen Zofe Gülnihal Kalfa.

Ein wundervoll ausgestattetes Historiendrama zwischen Politik, Mystik und Liebe.

 

Mit Ahu Türkpençe, Alican Yücesoy

Filmlandschaften
DE · 2007 · 90 ·

Djangos Reise - Asül bei den Türken

Regie / Elle Langer, Heike Raab

Für den ARD-Zweiteiler machte sich der deutsch-türkische Kabarettist Django Asül von Niederbayern aus in die große weite Welt: Er begibt sich auf Spurensuche, und zwar in Berlin-Kreuzberg und der Millionenmetropole Istanbul. Django Asül will wissen: Wie sieht das türkische Leben in Deutschland aus? 2,6 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln leben in der Bundesrepublik. Wie hat sich ihre Kultur hier verändert? In Istanbul will der Kabaretist erfahren, wie das „echte“ türkische Leben aussieht und stößt dabei auf eine Gesellschaft voller Gegensätze – ein Schmelztiegel aus Moderne und traditionellem Orient. In breitem niederbayerisch zieht Django Asül Bilanz auf seine unverkennbare Art und Weise, zwischen Kopftuchstreit und Kabarett.

Wettbewerb Spielfilm
D · 2008 · 90 ·

Evet, ich will!

Regie / Sinan Akkuş

Mit Allahs Erlaubnis und dem Beistand ‘eines’ Propheten" wird hier um eine Hand nach der anderen – mit höchster Vorsicht – angehalten.

Doch wann es dann tatsächlich heißt „Evet, ich will!“ kann nur der Kaffeesatz vorhersagen. In dieser charmanten deutsch-türkischen Komödie wollen sich fünf völlig unterschiedliche Paare das Ja-Wort geben – unter kulturell und familiär erschwerten Bedingungen.

 

Mit Oliver Korittke, Lale Yavaş,

Wettbewerb Kurzfilm
Tr · 2008 · 5 ·

Evladiye

Das Erbe

Regie / Eray Mert

Drei Handys, das Telefongespräch einer besorgten Mutter, drei Identitäten. Wer ist diese junge, traurige Frau? Die Wahrheit zu verbergen ist nicht einfach…

Filmlandschaften
DE · 2007 · 98 ·

Friedliche Zeiten

Regie / Neele Leana Vollmar

Nach ihrer Flucht aus der DDR im Jahr 1961 sollten für die fünfköpfige Familie Striesow endlich friedliche Zeiten anbrechen. Aber Mutter Irene fühlt sich im „goldenen“ Westen nicht sicher und sieht schon den Dritten Weltkrieg heraufziehen. Völlig überdreht steigert sie sich zusätzlich in den Wahn, ihr trauter Gatte Dieter habe eine Geliebte. Die Ehekrise geht soweit, dass selbst die kleine Wasa trocken meint: „Lieber geschieden als tot.“ Und so schmieden sie und ihre Geschwister Ute und Flori einen Plan ...

Herrlich nostalgisches Kinovergnügen mit deutschen Stars wie Katharina Schubert, Oliver Stokowski und Axel Prahl.

 

Mit Katharina Schubert, Oliver Stokowski, Nina Monka

Wettbewerb Kurzfilm
CZ · 2008 · 4 ·

Gemeinschaft

Regie / Özlem Akın

Fünf unabhängige Personen werden zu „den Fünf“, nachdem sie von den anderen Menschen entdeckt werden, und versuchen nun „die Fünf“ zu bleiben. Es ist kein Platz für einen Sechsten. Ein kurzer Animationsfilm, frei nach Franz Kafkas „Gemeinschaft“.

Wettbewerb Spielfilm
TR · 2008 · 92 ·

Gitmek - My Marlon and Brando

Regie / Hüseyin Karabey

Die wahre Geschichte einer Liebe zwischen den Fronten des Irakkrieges: Die türkische Schauspielerin Ayça und der kurdische Darsteller Hama Ali verlieben sich während eines Drehs. Doch die beiden trennen Welten: Sie lebt in Istanbul, er im Irak. Mit dem Krieg beginnt eine qualvolle Zeit des Wartens, der sehnsüchtigen Videobotschaften und schmachtenden Liebesbriefe. Ayça beschließt, alle Grenzen zu überwinden und macht sich auf eine abenteuerliche und gefährliche Reise quer durch Kurdistan zu ihrem Liebsten.

In dem außergewöhnlichen Dokudrama spielen die beiden Hauptdarsteller sich selbst – und ihre unglaubliche Liebesgeschichte. Ein Film voll Komik und Poesie, jenseits gängiger Hollywood-Klischees.

 

Mit Ayça Damgacı, Hama Ali Khan

DOKU
A · 2008 · 93 ·

Gurbet - In der Fremde

Regie / Kenan Kılıç

Die Geschichte der Gastarbeiter in den 60er Jahren, die von der Türkei nach Österreich voller Hoffnungen und Ängsten kamen. Wieso wurden sie hierher gebracht? Anhand von neun Einzelschicksalen werden Erinnerungen an diese schwierige Zeit geschildert.

Wettbewerb Kurzfilm
DE · 2008 · 15 ·

Hakim

Regie / İsmail Şahin

Der erst einjährige Hakim wird in einem Lehmhaus neben seiner toten Mutter gefunden. Er wird in ein Kinderdorf für Aids-Waisen gebracht, in dem ihn die einheimische Kinderbetreuerin Aga in ihre Obhut nimmt. Aga betreut unzählige Kinder mit geringer Lebenserwartung und schafft es, mit ihrer guten Seele den Kindern neuen Lebensmut mit auf den Weg zu geben.

Wettbewerb Spielfilm
TR · 2008 · 121 ·

Hayat var

Mein einziger Sonnenschein

Regie / Reha Erdem

 

Alle paar Minuten düsen Kampfflugzeuge über die Baracke, in der die 14-jährige Hayat lebt, direkt am Ufer des Bosporus. Der Großvater ist ans Bett gefesselt, der Vater betreibt auf seinem kleinen Boot schmutzige Geschäfte, und bringt den Matrosen auf den großen Schiffen Freudenmädchen an Bord. Wunderschön und zugleich bedrohlich düster scheint das Wasser des Bosporus, der die Metropole Istanbul in zwei Teile bricht. In dieser rauen Welt zwischen zwei verbitterten Männern ist Hayat der einzige Sonnenschein. Schnell gerät ihr Vater in Schwierigkeiten, er hat Schulden und weiß nicht, wie er sie begleichen soll. Das einzige Kostbare, dass er hat, ist Hayat. Sie ist sein Pfand. Allen Widrigkeiten zum Trotz kämpft das Mädchen mit eisernem Willen ums Überleben.

Anders als in seinem preisgekrönten Film „Zeiten und Winde“ („Beş Vakit“), eine tragikomische Geschichte über das Erwachsenwerden, erzählt Reha Erdem nun ein bitteres Drama über den Überlebenskampf eines Mädchens und taucht ein in den Sumpf von Armut, Prostitution und Gewalt.

 

Mit Elit Işcan, Erdal Beşikçioğlu, Levend Yılmaz

Filmlandschaften
DE · 2008 · 60 ·

Heimvorteil - Moscheebau in Wertheim

Regie / Jan Gabriel

Schon zwei Jahrzehnte spaltet der Streit über einen Moscheebau in der baden-württembergischen Wertheim die Gemüter. An den Fronten stehen sich zwei Männer gegenüber: Herr Akbulut lebt seit über dreißig Jahren in dieser Kleinstadt und engagiert sich als Sprecher der islamischen Gemeinde für den Bau einer Moschee mit Minarett und Kuppel. Auf der anderen Seite steht Herr Schwend. Der Firmenchef gründete eine Bürgerinitiative, um den Moscheebau neben seinem Grundstück zu verhindern. Sein Kampf gegen die „Islamisierung“ geht inzwischen über die Grenzen Wertheims hinaus – und findet zahlreiche Fürsprecher. Filmemacher Jan Gabriel begleitete mit seiner Kamera zwei Jahre lang den Moscheebaukonflikt in Wertheim. Ein Film über Heimatgefühl, Ängste, Vorurteile und enttäuschte Hoffnungen.

Wettbewerb Kurzfilm
DE · 2008 · 7 ·

I Don’t Feel Like Dancing

Regie / Evi Goldbrunner, Joachim Dollhopf

Irgendwo in einem Kriegsgebiet lenken sich drei junge Soldaten von ihrem Kriegsalltag ab und werden auf ein einheimisches Mädchen aufmerksam. Sie folgen der jungen Frau.

Filmlandschaften
DE · 2008 · 73 ·

Ich geh jetzt rein

Regie / Aysun Bademsoy

Vor 13 Jahren begann Filmemacherin Aysun Bademsoy eine Gruppe junger Berliner Türkinnen mit ihrer Kamera zu begleiten. „Ich geh jetzt rein“ ist nun der dritte Teil ihres Langzeitprojekts. Die sechs Mädchen wollten für immer beste Freundinnen bleiben, und nicht nur die geteilte Leidenschaft für ihr Hobby – den Fußball – hat sie fest zusammengeschweißt. Doch nun droht die Gemeinschaft zu zerfallen. Aus den Mädchen sind Frauen geworden, und jede geht nun ihren eigenen Weg, der nicht immer einfach ist. Dabei zeigen sie immer noch einen gewissen Widerstandsgeist. Was ist aus ihren Träumen geworden und welche Hoffnungen haben sie jetzt?

DOKU
TR · 2008 · 22 ·

İşkenceye Tolerans

Toleranz für Folter

Regie / Armağan Pekkaya, Umut Kol

Nach dem Fall der Berliner Mauer begannen die neokolonialistischen Kriege, bei deren Verlauf gegen die Menschenrechte, die im 20. Jahrhundert aufgebaut wurden, komplett verstoßen wird. Auch die Türkei wird davon nicht verschont. Den Kampf um die Menschenrechte führt nun das Volk, da die Staaten sich von diesen Werten abwenden.

Filmlandschaften
DE · 2008 · 93 ·

Jerichow

Regie / Christian Petzold

In Jerichow, einem öden Ort im Nordosten Deutschlands, treffen drei Menschen auf schicksalhafte Weise aufeinander. Der wortkarge Zeitsoldat Thomas lernt den türkischen Unternehmer Ali kennen. Der nennt 45 Imbissbuden sein eigen, damit hat er es zu Reichtum gebracht. Misstrauisch überwacht er die Pächter, und wird rasend vor Eifersucht, wenn er seine attraktive Frau Laura per Handy nicht erreichen kann. Die kühle Blondine zieht Thomas bald in ihren Bann. Eine unmögliche Affäre nimmt ihren Lauf ...

Mit gewohntem Minimalismus inszeniert Christian Petzold das fatale Dreicksdrama um Liebe, Geld und Verrat, und entblättert Stück für Stück die unerfüllten Sehnsüchte seiner Protagonisten.

 

Mit Benno Fürmann, Nina Hoss, Hilmi Sözer

DOKU
TR · 2007 · 29 ·

Karanlığın Gözleri

Die Augen der Dunkelheit

Regie / Can Diker

Dunkelheit, Nässe, Schmutz: Das sind die Arbeitsbedingungen, unter denen der dreifache Familienvater Isa Çayirli in den Kohlegruben von Zonguldak für ein karges Gehalt schuftet. Schon der kleinste Fehler kann ihm und seinen Kumpeln das Leben kosten.

Wettbewerb Spielfilm
D · 2008 · 87 ·

Kronos

Regie / Olav F. Wehling

Eine apokalyptische Geschichte wie aus der griechischen Mythologie: Familienoberhaupt Uranos befindet sich mit den seinen auf der Flucht durch die gleißende Wüste Marokkos. Seine herrischen Entscheidungen werden von Sohn Kronos mit Missbilligung aufgenommen, die bald in Hass umschlägt. Inzwischen entspinnt sich zwischen ihm und Rhea, seiner Schwester, eine Zärtlichkeit, die die Grenzen überschreitet.

Mit Sergej Moya, Isolde Barth

Filmlandschaften
DE · 2008 · 98 ·

Lauf um dein Leben - Vom Junkie zum Ironman

Regie / Adnan G. Köse

Willkommen im Reich der Qualen und der Selbstdisziplin: 230 km Schwimmen, Radfahren, Laufen. Das ist der Kick, den Andreas Niedrig braucht, da läuft das Hirn Amok, wie auf Drogen. Mitte der Neunziger mischte der junge Mann die Triathlonszene beim „Ironman Europe“ als bester Einsteiger aller Zeiten auf. Dass er um sein Leben läuft, das wusste zu diesem Zeitpunkt kaum jemand.

Adnan G. Köse erzählt in seinem Debütfilm die wahre Geschichte des Triathleten Andreas Niedrig, der sich aus dem Drogensumpf bis ganz nach oben kämpft.

 

Mit Max Riemelt, Jasmin Schwiers, Uwe Ochsenknecht, Axel Stein

Hommage
DE · 1981 · 113 ·

Lola

Regie / Rainer Werner Fassbinder

Wirtschaftswunder in Deutschland. Der korrekte Baudezernent von Bohm (Armin Mueller-Stahl) macht sich mit seiner Unbestechlichkeit Feinde im Umfeld der korrumpierten Politiker. Als er sich in die laszive Nachtclubtänzerin Lola verliebt, wird auch er in schmutzige Machenschaften verstrickt. In Fassbinders Gesellschaftssatire „Lola“ spielte Armin Mueller-Stahl seine erste Kinorolle im westdeutschen Film und wurde sogleich mit dem Bundesfilmpreis geehrt.

Mit Barbara Sukowa, Armin Mueller-Stahl, Mario Adorf, Matthias Fuchs

Wettbewerb Kurzfilm
AUS · 2008 · 17 ·

Love Apples

Regie / Ali Kasap

In den Augen Sophias ist ihr Mann Lütfi ein Nichtsnutz. Sophie betrügt ihn mit dem kräftigen und muskulösen Kollegen Emir. Lütfi ignoriert das, um die Familie zusammen zu halten. Doch früher oder später muss er sich der Wahrheit stellen.

Filmlandschaften
DE · 2008 · 99 ·

Menschliches Versagen

Regie / Michael Verhoeven

Michael Verhoeven nimmt sich eines Themas an, dass zu lange tot geschwiegen wurde: Die Enteignung der Juden durch ganz „normale“ deutsche Bürger. Sie profitierten vom Abtransport, von der Vergasung der Menschen, drangen in Wohnungen ein und bereicherten sich am Hab und Gut ihrer jüdischen Nachbarn, vom Bankkonto bis zum letzten Hemd. Verhoeven, der sich schon in seinen Filmen „Die weiße Rose", „Das schreckliche Mädchen" und zuletzt in „Der unbekannte Soldat“ mit dem Dritten Reich auseinandersetzte, will nicht anklagen, sondern Antworten auf Fragen finden. Welche Rolle spielte die Finanzbehörde, die das gesamte Vermögen der Enteigneten verwaltete? Im Dokumentarfilm kommen Zeitzeugen zu Wort, die die Raubzüge miterlebt haben.

Wettbewerb Spielfilm
TR · 2009 · 94 ·

Mommo

Der schwarze Mann

Regie / Atalay Taşdiken

Kann ein Junge von nur neun Jahren ein großer Bruder, ein Vater und gleichzeitig eine Mutter sein? Die kleine Ayşe würde ohne zu zögern sagen: Ja. Denn ihr Bruder Ahmet kann alles und hat vor nichts Angst. Nicht einmal vor dem „Schwarzen Mann“, der in einem dunklen Wandloch lauert. In Wahrheit ist Ahmet selbst noch ein Kind, aber da ihr Vater sie nach dem Tod der Mutter abgeschoben hat, übernimmt der Junge nun die Rollen aller fehlenden Familienmitglieder. Wenn Ayşe weint, tröstet er sie, er kämmt ihr die Haare und erzählt Gute-Nacht-Geschichten. Aneinander gekuschelt verschwören sie sich gegen die feindliche Welt.

Atalay Taşdiken erzählt in seinem Debütfilm eine subtile, anrührende Geschichte ohne jeglichen Kitsch oder Pathos, in deren Zentrum das unzertrennliche Geschwisterpaar steht. Eine wundervolle Lektion aus dem Herzen Anatoliens über Zusammenhalt und Liebe.

 

Mit Elif Bülbül, Mehmet Bülbül, Mete Dönmezer, Mustafa Uzunyılmaz

Filmlandschaften
TR · 2007 · 106 ·

Mülteci

Asyl

Regie / Reis Çelik

„Kann der Mensch wie ein Vogel fliegen?“ Er kann – wenn er denn frei von Sünde ist. Das glaubt zumindest der junge Kurde Shivan, der in einer kleinen Dorfgemeinde in Anatolien lebt. Doch die Idylle findet ein jähes Ende: Shivan gerät zwischen die Mühlen staatlicher Repressionen und der kurdischen Guerilla. Die Zuflucht nach Deutschland entblößt auch die Probleme in der Industriegesellschaft.

Reis Celik, bekannt für seine politisch motivierten Filme, gelingt hier eine subtile Annäherung, mit Ironie und Witz, an das große Problem unserer Welt: Flüchtlinge. „Mülteci“, mit den Drehorten in Anatolien, Nürnberg und Köln, wurde auf dem internationalen Filmfestival in Budapest mit dem Preis „Bester Film“ ausgezeichnet.

 

Mit Luk Piyes, Derya Durmaz, Halil Ergün

Hommage
USA · 1989 · 125 ·

Music Box - Die ganze Wahrheit

Regie / Constantin Costa-Gavras

Im preisgekrönten Drama „Music Box“, Armin Mueller-Stahls Debüt und Durchbruch in Hollywood, wird die junge Anwältin Ann mit der ungeheuerlichen Vergangenheit ihres Vaters konfrontiert: Mike Laszlo, der nach dem 2. Weltkrieg seine Heimat Ungarn verließ und in den USA ein neues Leben aufgebaut hat, soll ein gesuchter Kriegsverbrecher sein. Ann gerät in einen Gewissenkonflikt zwischen Familienbindung und Berufsethos.

Mit Jessica Lange, Armin Mueller-Stahl, Frederic Forrest, Donald Moffat

Filmlandschaften
TR · 2008 · 115 ·

Mustafa

Regie / Can Dündar

Mustafa“ – eine Biografie, die in der Türkei Wellen schlägt – und zwar so hoch, dass Filmemacher Can Dünder bereits mehrere Klagen am Hals hat, und gleichzeitig riesigen Erfolg. Über zwei Millionen Kinobesucher wollten wissen: Wer war dieser Mann, der unsere Republik gegründet hat? Mustafa Kemal Atatürk – ein Befreiungskämpfer und Staatsgründer, der erste Präsident der Türkei, der ein ganzes Land reformiert hat, wird verehrt wie ein Gott. Can Dündar bricht mit diesem Personenkult. Er zeigt Atatürk als einsamen Mann in den Massen, der dem Alkohol und den Frauen zugeneigt ist. Ein gelungener Mix aus Archivmaterial und Spielszenen beschreibt das Leben Atatürks und macht aus einer starren Bronzestatue einen echten Menschen mit all seinen Facetten.

Filmlandschaften
TR · 2007 · 105 ·

Mutluluk

Glück

Regie / Abdullah Oğuz

Es beginnt in einem kleinen Dorf und führt zu einer atemberaubenden Odyssee quer durch die heutige Türkei. Die junge Meryem wurde vergewaltigt. Cemal, ein Verwandter, wird beauftragt, die „Familienehre“ wiederherzustellen: Er soll sie an einem anonymen Ort töten. Im letzten Augenblick überkommen ihn Skrupel und Zweifel.

Zu Ehren unseres Gastes Zülfü Livaneli, auf dessen Roman das Melodrama basiert, zeigen wir dieses Jahr noch einmal „Glück“, den Publikumspreis-Gewinner von 2008.

Im Anschluss an den Film laden wir sie herzlich dazu ein, der Lesung aus seinem Roman „Glückseligkeit“, der nun auch auf deutsch erschienen ist, beizuwohnen

 

Mit Talat Bulut, Özgü Namal, Murat Han

Wettbewerb Spielfilm
TR · 2008 · 78 ·

Nokta

Der Punkt

Regie / Derviş Zaim

Der Kalligraph Ahmet kommt gerade aus dem Knast, da bittet ihn sein alter Kumpel Selim um Hilfe: Er braucht dringend Geld und hat auch schon einen Plan ausgeheckt: Im Familienbesitz befindet sich der antike „Malik Koran“, eine legendäre Schrift aus dem 13. Jahrhundert. Deren Verkauf soll eine Million Euro bringen. Ahmet heuert ein paar Gangster an. Da bekommt Selim kalte Füße, doch mit der Mafia ist nicht zu spaßen. Einer Fata Morgana gleich, wandelt der Protagonist Ahmet durch eine gleißende Wüste aus Salz, und verliert sich zwischen Mord und Schuldbekenntnis.

„Der Punkt“ räumte beim Internationalen Filmfestival Antalya zahlreiche Preise ab (u.a. Beste Regie, Beste Musik und Kritikerpreis), und Derviş Zaim wurde beim Internationalen Istanbul Filmfestival als „Bester Regisseur des Jahres“ geehrt.

 

Mit Mehmet Ali Nuroğlu, Serhat Kılıç, Settar Tanrıöğen

Filmlandschaften
TR · 2008 · 93 ·

Pazar

Der Markt

Regie / Ben Hopkins

Anfang der 90er, in einer kleinen Grenzstadt im Osten der Türkei. Mihram, Händler mit Leib und Seele, ist berühmt dafür, alles zu beschaffen, was seine Kunden anfragen. Woher, das bleibt sein Geheimnis. Doch mit kleinen Geschäften ist kein großes Geld zu machen, und die kleinen Fische werden von den großen gefressen, weiß auch Mihram. Nun wittert er die Chance, als erster im Dorf einen Handyladen zu eröffnen. Doch die Lizenz dafür ist fast unerschwinglich. Als er eine große Summe anvertraut bekommt, um einen Impfstoff zu besorgen, hat Mihram eine gerissene Idee: Warum nicht zuvor mit dem Krankenhaus-Geld ein einträgliches Geschäft machen?

Eine tragikomische und preisgekrönte Handelskomödie von Ben Hopkins („Die neun Leben des Tomas Katz“) mit grandiosen Darstellern.

 

Mit Tayanç Ayaydin, Genco Erkal, Şenay Aydın

Wettbewerb Kurzfilm
TR · 2008 · 14 ·

Pembe İnek

Die rosa Kuh

Regie / Onur Gürsoy

Der kleine, geistig behinderte Erhan kann nicht reden. Alle Kinder des Dorfes machen sich über Erhan lustig. Sein Vater erniedrigt ihn nur, und schlägt ihn. Eines Tages findet Erhan ein Eimer voller rosa Farbe…

Wettbewerb Kurzfilm
TR · 2008 · 15 ·

Pencereler Ardında

Hinter den Fenstern

Regie / Cenk Ertürk

Niemand im Dorf kann den Vater leiden. Er jedoch spürt, dass er bald sterben wird, und denkt, dass ihn dann niemand beerdigen würde. Er ruft seinen Sohn aus der Stadt, damit dieser ihn begräbt. Beide haben sich viel zu erzählen über Ignoranz, Weisheit, das Leben in der Stadt oder auf dem Lande. Die Söhne jedoch, kommen nur in den Träumen, und die Väter warten einsam auf den Tod.

Wettbewerb Kurzfilm
TR · 2008 · 7 ·

Police

Regie / Cemil Ağacıkoğlu

Die letzten 17 Minuten einer sehr gut geplanten Polizeirazzia. Jeder ist auf der Hut. Werden sie den Täter fassen können? Eine Hommage an die Coolness der Gangsterfilme.

Filmlandschaften
DE · 2007 · 90 ·

Reich des Bösen - Fünf Leben im Iran

Regie / Mohammad Farokhmanesh

Denkt man an den Iran, denkt man an Präsident Ahmadineschad, Atombomben und „die Achse des Bösen“. Der gebürtige Iraner und Wahl-Hamburger Mohammad Farokhmanesh kennt ein anderes Bild seiner Heimat . In seinem Dokumentarfilm blickt er hinter den Schleier einer Gesellschaft, von der im Westen nur wenig bekannt ist. Dafür porträtiert er fünf Menschen, die in der iranischen Hauptstadt Teheran leben. Offen, kritisch und gleichzeitig hoffnungsvoll sprechen die Protagonisten über ihre Probleme, aber auch über ihre Chancen in dem „Gottesstaat“. „Reich des Bösen – Fünf Leben im Iran“ lief mit Erfolg auf einem der bedeutendsten Doku-Festivals, dem IDFA in Amsterdam, und wurde außerdem mit dem Gerd-Ruge-Preis ausgezeichnet.

Wettbewerb Spielfilm
BA · 2008 · 87 ·

Snijeg

Schnee

Regie / Aida Begić

Ein entlegenes Bergdorf in Bosnien. Fast vergessen scheint, was hier einmal passiert ist. Doch wenn man genauer hinsieht, kann man erkennen: Der Balkankrieg hat tiefe Spuren hinterlassen: den sechs Frauen, die hier leben, ihre Männer weggenommen und aus Häusern Ruinen gemacht. Jetzt sollen sie auch noch ihr kleines Stück Land verkaufen – an einen serbischen Baukonzern. „Welches sind die Spuren, die wir im Schnee hinterlassen?“ Das ist die Frage, die sich die junge Regisseurin Aida Begić während ihres Drehs stellte. Herausgekommen ist dabei ein beeindruckendes, authentisches Erstlingswerk, das durch seine Sanftheit und den scharfen Blick fürs Detail berührt, wofür sie mit dem „Großen Preis der Kritiker“ in Cannes geehrt wurde.

Mit Zana Marjanović, Jasna Ornela Bery

Filmlandschaften
TR · 2008 · 98 ·

Son Cellat

Der letzte Henker

Regie / Şahin Gök

Der angesehene Staatsanwalt Yusuf durchlebt einen völligen Sinneswandel, als sein Sohn, ein junger Aktivist, bei einem Tumult zu Tode kommt. Traumatisiert zieht Yusuf durch die Straßen und gerät ins Visier der Militärjunta. Des Mordes bezichtigt landet er in der Zelle, in der bereits der einfache Kutscher (?) Bayram sitzt. Die beiden Männer erwartet das Todesurteil. Bayram, zu Unrecht am Mord seiner Frau und deren Liebhaber beschuldigt, ist am Ende. Nun macht ihm sein Strafverteidiger ein makaberes Angebot: Wenn er sich bereit erklärt, als Henker seinen Zellengenossen hinzurichten, wird die Anklage fallengelassen ...

Spannender und schockierender Polit-Thriller über zwei unschuldige Männer, die Opfer eines Schreckensregimes werden.

 

Mit Kadir İnanır, Atilla Sarar, Jülide Kural

Wettbewerb Spielfilm
TR/D · 2008 · 106 ·

Sonbahar

Herbst

Regie / Özcan Alper

Der politisch Gefangene Yusuf ist nach seiner Haftentlassung ein kranker und gebrochener Mann. Die verbleibende Zeit verbringt er in seinem Heimatdorf, mitten im Küstengebirge nahe der georgischen Grenze. Hier sind nur noch die Alten übrig geblieben, und auch sie sterben weg. Yusuf begegnet der Prostituierten Eka. Die sinnliche Georgierin reißt ihn aus den gewohnten Bahnen.

Der erst 32-jährige Regisseur Özcan Alper beschreibt in eindringlichen Bildern den Kampf für Demokratie, Vergänglichkeit und Liebe.

 

Mit Onur Saylak, Megi Koboladze

Wettbewerb Kurzfilm
TR · 2008 · 14 ·

Tek Notalık Adam

Ein Mann für eine Note

Regie / Dağhan Celayir

Es ist immer dasselbe: niemand nimmt denjenigen, der in einem Symphonieorchester in der letzten Reihe sitzt, wahr. Denn seine Arbeit ist es, nur einen „Tusch“ für eine Note zu schlagen, und genau mit diesem einzigen „Tusch“ will er dem Mädchen, das er liebt, imponieren.

Filmlandschaften
FR · 2008 · 105 ·

Tengri - Himmelblau

Regie / Marie Jaoul de Poncheville

Eine Liebesgeschichte im Reich der Nomaden: Der Kasache Temür kommt in das Heimatdorf seines Vaters, mitten im kirgisischen Hochgebirge des Tien Shans, um einen Neuanfang zu wagen. In der nahezu verlassenen Siedlung leben nur noch die Alten und einige Frauen und Kinder. Hier trifft er die 18-jährige Amira, die einsam auf ihren Mann, einen Mudschaheddin-Kämpfer, wartet. In der durch Traditionen erstickten Dorfgemeinschaft herrschen die alten Männer mit Strenge, und Amira fühlt sich in einer unglücklichen Ehe gefangen. Mit Temür scheint es einen Ausweg aus dieser Enge zu geben. Ihre Liebe zueinander führt sie über majestätische Berge, weite Steppen und Städte in eine neue Welt.

Marie Jaoul de Poncheville wagte sich an den Stoff von Tschingis Aitmatovs berühmten Liebesroman „Dshamilja“ und schuf mit mystischen Landschaftsaufnahmen und authentischen Akteuren ein bezauberndes Kinoerlebnis.

 

Mit Albina Imasheva, Ilimbek Kalmouratov, Hélène Patarot

Wettbewerb Kurzfilm
DE · 2008 · 5 ·

The secret adventures of the projectionist

Regie / Max Sacker

Der obsessive Filmvorführer wird von einer Diva auf der Leinwand verführt, und findet sich in der pompösesten Ära der Filmgeschichte wieder. Eine Hommage an Klassiker des Films wie „Metropolis“ sowie an das Film-Noir-Genre.

Eröffnungsfilm
TR · 2008 · 109 · OmU

Üç Maymun

Drei Affen

Regie / Nuri Bilge Ceylan

Der Regisseur Nuri Bilge Ceylan ist das Synonym für die Internationalität des neuen türkischen Films. Drei Mal hintereinander hat er beim Filmfestival in Cannes einen Preis bekommen. Mit seinem neuesten Werk „Drei Affen“ wurde er beim letzten Festival in Cannes mit dem Preis für die „Beste Regie“ ausgezeichnet.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Seine Filme sind Arthaus und werden weltweit als Meisterwerke gefeiert. Sie kommen mit wenig Worten aus. Er lässt die kunstvoll komponierten, atemberaubenden Bilder sprechen, die eine geradezu hypnotische Wirkung ausüben. Jede Einstellung erinnert an die Werke seiner Fotografie: Der artifizielle Himmel, die statischen Figuren, die Stille. Mit diesen Stilmitteln beschreibt er in seinem Familiendrama „Drei Affen“ auch die Hilflosigkeit seiner Protagonisten und berührt durch die erschütternde Tragik und Widersprüchlichkeit der Figuren.

Ein Meisterwerk über die Sprachlosigkeit, Zerrissenheit und Entfremdung der Individuen und einer ganzen Gesellschaft der Türkei. Unseren Eröffnungsfilm „Drei Affen“ dürfen sich Cineasten nicht entgehen lassen.

Mit Yavuz Bingöl, Hatice Aslan, Ahmet Rıfat Şungar, Ercan Kesal

Filmlandschaften
TR · 2008 · 102 ·

Ulak

Der Bote

Regie / Çağan Irmak

Ein Dorf, jenseits von Raum und Zeit, auf dem alle Sünden dieser Welt lasten. Hier taucht der mächtige Märchenerzähler Zekeriya auf. Er wandert von Ort zu Ort, Tag und Nacht, um den Menschen immer dieselbe Geschichte zu verkünden: die des Boten Abraham. Gespannt versammeln sich die Kinder auf dem Dorfplatz und lauschen seiner Heldensaga. Der Schauplatz der Erzählung ist immer der Ort, in dem sich Zekeriya befindet, die Protagonisten die Menschen, die hier leben. Abraham, ein schweigsamer Mann, der Erinnerung beraubt und dem Wahnsinn nahe, sieht und hört die Dinge auf eine andere Art und Weise. Seine Ankunft bedeutet Rettung für die Unschuldigen und Verdammnis für die Tyrannen. Immer mehr verweben sich die verschiedenen Erzählstränge ineinander, bis Fiktion und Realität nicht mehr zu unterscheiden sind. Die Fabel löst im Dorf eine unabwendbare Revolution aus.

Çağan Irmak, der mit „Mein Vater und mein Sohn“ („Babam ve Oğlum“) 2006 alle Zuschauerrekorde in der Türkei brach und auf unserem Festival den Publikumspreis gewann, inszenierte mit seinem neuen Film ein vielschichtiges, prächtig ausgestattetes Epos über das Gute

Mit Çetin Tekindor, Hümeyra, Şerif Sezer

Filmlandschaften
I · 2008 · 105 ·

Un Giorno Perfetto

Ein perfekter Tag

Regie / Ferzan Özpetek

„Ein perfekter Tag“ klingt reichlich ironisch für das, was den Protagonisten innerhalb von 24 Stunden mitten in Rom widerfährt. Die alleinerziehende Emma hat ihren Job im Callcenter verloren und versucht, sich ihren Exmann Antonio vom Hals zu halten. Schon bald kreuzen sich ihre Wege unbewusst mit denen des Politikers Elio und seiner Frau. Diese schicksalhaften Begegnungen werden das Leben aller für immer verändern.

Der renommierte türkisch-italieniesche Regisseur Ferzan Özpetek und zugleich der Ehrenpreisträger unseres Festivals vom Jahr 2006 ist auch in diesem Jahr mit seinem neuesten Film vertreten. Für "Un Giorno Perfetto" oder "ein perfekter Tag" adaptierte er den Bestsellerroman von Melania G. Mazzucco und besetzte die Hauptrolle der Emma mit dem

italienischen Star Isabella Ferrari. Die 44-Jährige war bereits in seinem letzten Werk „Ein Leben ist nicht genug“ („Saturno contro“) bei unserem Filmfestival 2008 zu sehen.

 

Mit Isabella Ferrari, Valerio Mastandrea, Nicole Murgia

Filmlandschaften
DE · 2008 · 104 ·

Weltstadt

Regie / Christian Klandt

In einer Kleinstadt in Brandenburg überfielen zwei Jugendliche einen schlafenden Obdachlosen. Als sie bemerkten, dass er keine Wertsachen bei sich trug, schlugen sie ihn fast tot und steckten den Mann anschließend in Brand. Nach einer wahren Begebenheit werden hier die Geschichten von fünf Menschen erzählt, 24 Stunden vor der Tat. Das sind Till, der seine Lehre schmeißt, der gewalttätige Karsten, sowie Steffi, Heinrich und Günther. Sie alle verbindet Angst, Frust Langeweile und Aggression. Filmemacher Christian Klandt will wissen: Was treibt sie dazu, ihre Hemmschwellen von Gewalt zu vergessen?

„Weltstadt“ ist ein schockierendes Porträt einer kruden Realität, die mitten in unserer Gesellschaft stattfindet.

 

Mit Gerdy Zint, Florian Bartholomäi, Karoline Schuch

Filmlandschaften
DE · 2008 · 89 ·

Wolke 9

Regie / Andreas Dresen

Inge geht auf die 70 zu, fühlt sich aber wie 17: Sie hat sich Hals über Kopf in den 76-jährigen Karl verliebt. Vom ersten Moment an überfällt beide die Leidenschaft. Doch die impulsive Inge ist seit 30 Jahren verheiratet. Werner interessiert sich zwar mehr für seine Eisenbahn, aber an einen Seitensprung hatte sie nie gedacht. Ihr ist klar: Ihnen allen bleibt nicht mehr viel Zeit, und sie muss eine Entscheidung treffen.

Nach dem großen Erfolg von „Halbe Treppe“ und „Sommer vorm Balkon“ geht Andreas Dresen mit seiner Experimentierfreudigkeit noch ein Stück weiter und zeigt Bilder, die man sonst nirgends sieht: Liebe und Sexualität im Alter, quasi ein Tabubruch. „Wolke 9“ beweist, dass sich Filmkunst, schwierige Themen und großer Erfolg nicht ausschließen: Die tragikomische Romanze gewann in Cannes den Preis „Coup de Coeur“ und wurde bei seiner Weltpremiere mit Standing Ovations gefeiert.

 

Mit Ursula Werner, Horst Rehberg, Horst Westphal, Steffi Kühnert

Filmlandschaften
DE · 2008 · 45 ·

Zwischen Istanbul und Franken - Frauenvisionen

Regie / Gülseren Suzan, Jochen Menzel

Eine Filmmatinee, die Frauen in den Mittelpunkt stellt und dabei einen Bogen von Istanbul bis in eine fränkische Dorfsynagoge spannt.

Während in dem TV-Feature „Schreiben in Istanbul“ drei bedeutende türkische Autorinnen aus drei Generationen zu Wort kommen, erzählt der Film „Rajaa’s Sehnsucht“ von der Vision einer syrischen Christin, eine fränkische Synagoge im Landkreis Erlangen zu einem Ort der Verständigung und des Friedens zwischen Religionen zu machen.

Im Anschluss findet ein Gespräch mit den Filmautoren Gülseren Suzan und Jochen Menzel sowie Dr. Rajaa Nadler statt.